unlawede Hanf

Hand auf’s Herz – wer hat nicht schon einmal Bekanntschaft mit dieser wunderbaren Pflanze gemacht, sei es in der Jugendzeit, in der man neugierig und unbeschwert die Freiheit genoss und im Kreise seiner Freunde der Joint herum gereicht wurde, sei es im Urlaub in Holland, wo man vermeintlich im Coffeeshop einen Kaffee trinken wollte und es dort nicht nach Kaffee roch, mit Hanfschnüren oder Hanfseilen, die bis heute immer noch zu den besten Stricken gehören oder sogar mit Hanf als Isolationsmaterial im Hausbau?

Mit einem leichten Schmunzeln assoziieren wir Hanf unweigerlich mit Cannabis, mit diesem Rauschmittel, der Droge oder dem Medikament, deren Wirkungsmittel Cannabinoide (THC, Tetrahydrocannabinol) und Cannabidiole (CBD) sind. In einem Großteil der Länder ist Cannabis verboten, so auch in Deutschland. Aber die Diskussionen über eine Legalisierung werden rege geführt, es ist demnächst mit einer politischen Entscheidung zu rechnen. Und wenn man erwischt wird, werden vielleicht schon mal beide Augen zugedrückt.

Dagegen erfreut sich der Anbau von Nutzhanf (oder Industriehanf) immer mehr bei Anbauern und Verarbeiter:Innen, da die Nachfrage groß ist und die wirtschaftliche Rentabilität viel verspricht. Außerdem ist er eine pflegeleichte Pflanze – es bedarf keiner Unkrautvernichtungsmittel, da die Pflanzen den Boden so gut abdecken, dass kein Unkraut zwischen den einzelnen Pflanzen wächst. Auch als Fruchtfolge zur Verbesserung des Bodens ist Hanf ideal.

Der maximale THC-Gehalt von Nutzhanf gesamteuropäisch ist 0,3%. Deutschland hat diesen Wert Mitte Februar 2023 übernommen und überwacht ihn durch  die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung. Auch der Anbau von Nutzhanf und die Erntefreigabe werden von selbiger Behörde genehmigt. Für den ständigen Anbau von Hanf stehen ca. 90 verschiedene Sorten zur Verfügung, es darf nur zertifiziertes Saatgut verwendet werden (gemeinsamer Sortenkatalog für landwirtschaftliche Pflanzenarten).

Laut Europäischer Kommission (Stand Sept.23) ist die Hanfanbaufläche in der EU von 19‘970 ha im Jahr 2015 auf 34‘960 ha im Jahr 2019 gestiegen. Der Ertrag stieg im selben Zeitraum von 94‘120 Tonnen auf 152‘820 Tonnen. Der wichtigste Erzeuger in der EU ist Frankreich mit 70% Anteil an der Gesamt-EU-Erzeugung, gefolgt von den Niederlanden mit 10% und Österreich mit 4%.

In Deutschland beträgt die Anbaufläche für Nutzhanf ca. 6950 Hektar (Stand 2022), wobei Niedersachsen unter den einzelnen Bundesländern Spitzenreiter ist mit ca. 1940 ha.

Für die Europäische Kommission ist Hanf wichtig zur Erreichung der Ziele des europäischen Grünen Deals. Die 3 Säulen dieses Deals sind:

  • Bis 2050 keine Nettoemissionen von Treibhausgasen
  • Das Wirtschaftswachstum ist entkoppelt vom Ressourcenverbrauch
  • Kein Mensch und kein Ort bleibt zurück

Zur Finanzierung des “green deal“ wird ein Drittel der 1,8 Billionen Euro verwendet, die aus dem NextGenerationEU-Konjunkturprogramm und dem Siebenjahrehaushalt der EU stammen.

Dass sich die Europäische Kommission gerade Hanf für den “green deal“ ausgesucht hat, spricht auch für die 100% natürliche Ausrichtung unserer unlawede Hanf-Produkte:

  • Hanf bindet Kohlenstoff (1 ha ca. 9-15 Tonnen)
  • Hanf ist immer mehr regional verfügbar
  • Hanf wächst in kürzester Zeit nach (braucht 5-6 Monate von der Aussaat bis zur Ernte)
  • Hanf benötigt keine Pestizide, wie Herbizide, Fungizide oder Insektizide
  • Hanfpflanzen bilden eine natürliche Bodenbedeckung, reduzieren dadurch Wasserverlust und beugen der Bodenerosion vor.
  • Hanf kann als Fruchtfolge angebaut werden und dadurch Krankheitsketten unterbrechen
  • Hanf als fertiger Dämmstoff lässt sich selber einbauen (stopfen) und kann Feuchtigkeit sehr gut regulieren
  • Die Hanffaser lässt sich in verschiedene Bauprodukte verarbeiten: als Dämmung, in Mischprodukte mit Hanf-Kalk oder Hanf-Lehm, als Mauersteine, Bauplatten, Schüttungen, Vliese, als Faser in Verbundwerkstoffen usw.
  • Hanf ist durch seine hohe Festigkeit ein wichtiger Rohstoff für die Textilherstellung geworden und findet auch in der Papierindustrie sowie in der Autoindustrie Verwendung

Um einen dämmstofffähigen Stopfhanf zu gewinnen, wird der nach der Ernte getrocknete Hanfstroh in einer Faseraufschlussanlage rein mechanisch durch Brechen und Walzen in Fasern und Schäben getrennt. Schäben – das sind die durch Häckseln entstandenen kleinen holzähnlichen Teile des Pflanzenstängels, die nach Entstaubung und Reinigung für sich selbst wieder ein wertvoller Rohstoff bedeuten. Die Fasern werden mechanisch weiter aufgeschlossen, gereinigt , bis eine regelmäßige Hanffaser entsteht mit Anteilen von Kurz- und Langfasern.

Faserhanf, der sich für einen guten, homogenen Premium-Stopfhanf als Dämmung eignet, hat einen möglichst kleinen Schäbenanteil. unlawede Stopfhanf weist einen Schäbenanteil von unter 6% auf (im Durchschnittt 1-2 %), was eine saubere und staubarme Anwendung für praktisch alle Hohlräume ermöglicht.

Hanf wird je nach geographischer und klimatischer Lage nach dem Dreschen nicht sofort geerntet, sondern “geröstet“ (Feldröste). Dabei wird er auf dem Feld mehrere Wochen oder über den Winter liegen gelassen. Durch Taubildung entwickeln sich Mikroorganismen, die Bestandteile wie z.B. Pektine und Lignin aus den Stängeln lösen, was die spätere Zerfaserung und die Trennung von Fasern und hölzernen Anteilen erleichtert. Außerdem wirken die gelösten Stoffe für den Boden wie ein natürlicher Dünger.

Für Dämmaterialien müssen wie für alle Baustoffe bestimmte physikalische Parameter ausgewiesen werden – diese  interessieren Anwender:Innen, Planende, Bauausführende, Händler und den Gesetzgeber. Auch wenn Hanf gerade im Selbstbau beliebt ist und recht unbedenklich angewendet werden kann, gelten die Vorgaben auch für ihn. unlawede Stopfhanf wird mit einer Dichte von 50-70 kg eingebaut. Der Bemessungswert der Wärmeleitfähigkeit  λ beträgt dabei 0,045 W/(m.K), Brandklasse Euroklasse E, Wasserdampfdiffusionswiderstand µ = 1,2.

unlawede Stopfhanf ist ein hochwertiger, sehr homogener Faserhanf der Premiumqualität und kommt für verschiedene Anwendungen zum Einsatz: Als Zwischensparrendämmung im Schrägdach, als Dämmung in Zwischenwänden und Decken, als Dämmung hinter einer Vorsatzschale, als Innendämmung der Außenwand, als Fußbodendämmung, als Dämmung der obersten Geschossdecke, als Gefachedämmung, als Dämmung zwischen Fenstern / Türen und Leibung und selbst als Flachdachdämmung bei Beachtung der vorgeschriebenen bauphysikalischen Berechnungen.

Aber nicht nur die Hanffaser kommt als Dämmstoff zum Einsatz, sondern auch das Faser-Schäben-gemisch als Schüttung. Die unlawede Hanffaser Schüttung besteht aus kurzen Fasern und einem hohen Anteil an Schäben. Sie ist ideal für die Hohlraumdämmung in Fußböden oder Zwischendecken, trockenen Gewölbedecken oder als Dämmung auf der obersten Geschossdecke.

Die nach der mechanischen Zerfaserung entstandenen ganz feinen Fasern werden zu Kalfaterfasern verarbeitet. Die unlawede Kalfaterfaser wird aus geröstetem Hanfstroh gewonnen und ist eine besonders hochwertige Faser. Sie stammt von einem Bio-Betrieb und trägt das GOTS-Zertifikat (Global Organic Textile Standard). Der Begriff “kalfatern“ ist ursprünglich für den Schiffsbau benutzt worden – das Abdichten der Fugen des Schiffes. Die Kalfaterfaser kommt also überall dort zum Einsatz, wo die Stopfwolle zu grob ist, wie bei Fenster- und Türabdichtungen, im Blockbohlenbau, im Fachwerkbau oder wo kleine Spalten und Hohlräume gedämmt werden müssen.

Hanf wird also für die kohlenstofffreie Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Die Pflanze ist genial, sie kann komplett für verschiedene Nutzungen verwendet werden, es bleibt kein Abfall am Ende. Hanf ist eine globale Pflanze, sie wird auf allen 5 Kontinenten angebaut und verarbeitet. Dieser  “globale Geist“ tut uns in Deutschland gut,  zu sehr sind wir paradoxerweise gerade in der Faserhanf-Industrie mit apodiktischen und hegemonialen Ansprüchen konfrontiert, was überhaupt nicht notwendig und ein Konzept von gestern ist.

Direkt zu unseren Hanfprodukten

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Stephan De Bona // Baubiologe bei Baunativ // Autor unserer Blogbeiträge

Moderne Terrassenmontage ohne Betonpfeiler oder -Fundamente

Wer es zu Corona-Zeiten nicht geschafft hat, seine Terrasse zu bauen, kann spätestens jetzt zu Beginn des Frühlings die ultimative Gelegenheit dazu nutzen. Längst braucht man dafür keine Betonfundamente, Betonplatten oder andere Punktfundamente mehr aufwändig in die Erde treiben, denn mit dem Spax Outdoor-oder dem Ferax Terrassenmeister-System lässt sich dies viel einfacher bewerkstelligen.

Bei der Planung einer Terrasse steht natürlich für die meisten das Holz im Vordergrund. Eher seltener werden Keramik- oder Steinplatten als begehbare Fläche gewählt, was aber auch möglich ist. Und bei der Auswahl des Holzes sollten auch schon einige Überlegungen gemacht werden, bevor man es kauft: Standardmäßig werden Riffelbohlen angeboten, die entweder vorimprägniert oder schon vorbehandelt sind (wir bleiben hier bei natürlichem Vollholz – Hybridprodukte wie WPC, ein Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff, BPC, ein Bambus-Kunststoff-Verbundwerkstoff oder reine Kunststoffbretter lassen wir hier mal außen vor). Diese acrylat- oder kunstharzgebundenen Anstriche, oft noch mit UV-Blockern versehen, verwittern nicht nur, sondern blättern relativ schnell ab, da sie unter UV-Strahlungs- und Wassereinfluss verspröden. UV-Blocker bauen sich mit der Zeit ab und verlieren ihre Wirkung. Manche von diesen Anstrichen verschließen auch die Holzoberfläche komplett, sodass das Holz bei Feuchtigkeit darunter vor sich hin gammeln kann.

Es ist also ratsam, rohe, völlig unbehandelte Hölzer zu kaufen und sie dann selber mit natürlichen Ölen zu behandeln. Dabei muss man nicht unbedingt auf exotische Tropenhölzer zurückgreifen, sondern am besten auf einheimische wie Kiefer, Douglasie, Lärche oder allenfalls Eiche. Das Wichtigste zum Schutz des Holzes ist der konstruktive Holzschutz, also die durchdachte Konstruktion einer Terrasse. Als Öle sind z.B. Alis Terrassenöl von Livos, das Terrassenholzöl von Leinos oder das Terrassenöl von Auro zu empfehlen. Diese Leinöl und Standöl basierten Öle liegen nicht einfach als Schicht auf der Holzoberfläche, sondern dringen tief in die Holzporen ein und bilden dadurch einen stabilen Anstrichaufbau. Und zudem gibt es ästhetisch schöne und natürliche Farbtöne für optische  Hingucker. In der Regel macht man bei neuem Holz einen 3-fachen Anstrich. Im Laufe des Terrassenlebens kann das Holz immer wieder gereinigt und nachgeölt werden, ohne dass es je wieder abgeschliffen werden muss. Livos Terrassenöl kann man sogar mit einer Ölwäsche wieder auffrischen. Dabei ist das Öl gleichzeitig Reinigung und Nachpflege.

Nun also zum Unterbau. Spax bietet dafür ein abgerundetes Programm an, von den Stellfüssen bis zur Terrassenschraube. Kernstück ist der höhenverstellbare Spax-Lift mit den Spax-Extensions als Verlängerungsstücke. Der breite Teller des Lifts liegt fest auf dem Untergrund (Rasen, Schotter, Kies o.ä. mit entsprechendem Vlies gegen Unkrautwachstum geschützt), der Oberteil nimmt direkt die Traglattung der Terrassenkonstruktion auf. Mit den Verlängerungsstücken lassen sich Geländeunebenheiten oder -neigungen mühelos ausgleichen. Gleichzeitig hat das Holz keine direkte Berührung mit dem Untergrund, sodass es nicht durch dauerhafte Nässe zu Schäden kommen kann und permanent durchlüftet ist.

Ferax Terrassenmeister bietet 2 verstellbare Varianten für die Stellfüße an: eine zur Befestigung von Stein- und Keramikplatten und eine für die Holzbefestigung. Die Stellfüße sind einteilig und komplett vormontiert – also nur auspacken und loslegen. Um die Belastbarkeit braucht man sich bei normalem Gebrauch der Terrasse keine Sorgen machen: Die Stellfüße sind mit bis zu 1000 kg pro Stück belastbar, Spax begrenzt seine Traglast auf 800 kg. Aber in der Regel agiert man mit solch hohen Gewichten nicht auf Terrassen.

Die Stellfüße werden nun in regelmäßigen Abständen auf den mit Vlies geschützten Untergrund verteilt, anschließend die Traglattung auf die Stellfüße gelegt und die ganze Konstruktion höhenmäßig ausgeglichen – durch Drehen an den Stellfüßen, bis alles in Waage ist. Wer ein kleines Gefälle in die Konstruktion einbauen will, macht dies direkt beim Ausgleich mit den Stellfüßen (max. 1,5 – 3% Gefälle).

Das Spax Abdeckband anschließend auf die Oberseite der Traglattung geklebt schützt das Holz vor Staunässe.

Die Terrassendielen werden nun nochmals hinterlüftet mit der Traglattung verschraubt. Dazu und zur gleichzeitigen Entkopplung der Dielen dienen die Spax Air oder die Ferax Distanzhalter, die zwischen Unterkonstruktion und Dielung gelegt werden und für einen regelmäßigen Abstand zwischen Dielung und Konstruktion sorgen. Für die Verschraubung der Terrassendielen und den regelmäßigen Abstand zwischen den Dielenbrettern bietet Spax verschiedenes Zubehör wie die Fugenlehre, den Stufenbohrer drill step, den Tiefenanschlag Drive Stop, den Bohrsenker step drill und den Kaiman pro Brettrichter.

Die Verschraubung der Terrassendielen kann mit sichtbarer oder verdeckter Verschraubung erfolgen. Für letztere Variante ist der Spax Stick pro erforderlich, der für eine makellose Optik sorgt. Bei Ferax ist das entsprechende Pendant der TukoN System-Clip. Das ganze kann auch auf Aluminium angewendet werden. Die Terrassenschraube Alu Zylinderkopf T-Star plus Edelstahl bewerkstelligt diese Befestigung ohne Vorbohren.

Bei der verdeckten Verschraubung mit den Spax Stick pro ist zu beachten, dass die Stellfüße zuvor an die Traglattung geschraubt werden. Die Oberteile der Spax Terrassenträger werden auf die Rückseite der Traglattung  in regelmäßigen Abständen verschraubt (mit Spax Halbrundkopf Edelstahl Schrauben) und danach die Unterteile der Spax Lift auf die Oberteile geschraubt. Nun werden die so vorbereiteten Traglatten umgedreht und in regelmäßigen Abständen auf dem Untergrund verteilt.

Apropos Vorbohren: Die Terrassendielen werden mit Spax Terrassenschrauben Zylindekopf T-Star plus Edelstahl verschraubt. Diese Schrauben besitzen eine 4cut-Bohrspitze und ein Wellenprofil. Damit kann in Weichhölzer (Kiefer, Douglasie, Lärche, Fichte) direkt ohne Vorbohren verschraubt werden. In Harthölzer und tropische Holzarten sollte vorgebohrt werden. Zum sauberen Vorbohren dienen oben genannte Hilfswerkzeuge wie drill step, Drive Stop und step drill. Diese einfachen, aber sehr nützlichen Zubehörartikel lohnen sich auch schon für kleinere Terrassenflächen, da sie ein schnelleres Arbeiten ermöglichen und die immer gleichen wiederkehrenden Arbeitsschritte systematisieren und vereinheitlichen.

Um nicht alle Zubehörprodukte einzeln kaufen zu müssen, die es für die Befestigung der Terrassendielen auf eine Unterkonstruktion benötigt, gibt es die Spax Green Box in verschiedenen Ausführungen, je nach Fläche der zu bauenden Terrasse.

Wer keinen ebenen oder sehr zerklüfteten Untergrund hat, wo ein direktes Auflegen der Terrassenträger Spax Lift oder Ferax Terrassenmeister nicht möglich ist, kann als Fundamente auch die herkömmlichen Einschlag-Bodenhülsen verwenden, um erst mal eine Ebene zu konstruieren. Für diese Variante stehen der Spax Free lift für Bodenhülsen und seine Verlängerung Spax Lift Extension zur Verfügung, die einfach oben in die Bodenhülsen gelegt werden. Der weitere Aufbau erfolgt dann in gleicher Weise wie mit den Spax Lift.

Klingt alles ein bisschen kompliziert? Es ist einfacher, als es beschrieben werden kann. Wenn man die Produkte einmal in der Hand hat, erschließt sich die Konstruktion fast automatisch. Zur Unterstützung stehen zahlreiche Videos auf Spax International zur Verfügung. Und mit dem Terrassen-Konfigurator kann man sogar den Materialbedarf für seine Terrasse individuell berechnen. Auch Ferax informiert auf seiner Internetseite ausführlich mit Videos, Details, Infobroschüren und Konfigurator.

Nun viel Spaß beim Terrassenbau!

Livos – der Konsequenteste

Wer die Geschichte der Firma Livos kennt, weiß, dass man diesen Hersteller als Ursprung der Naturfarben bezeichnen muss. Andere Naturfarbenhersteller sind danach entstanden – in einer Zeit der Schadstoff- und Umweltskandale, in der die Überzeugung reifte, dass es doch etwas Anderes geben müsse als bloß die Chemiefarben.

In der idyllischen Lüneburger Heide gelegen, verpflichtet sich Livos seit Anfang an natürlichen Rohstoffen und dem Nachhaltigkeitsgedanken. In einer Zeit, als gerade die große Ölkrise mit den ersten autofreien Sonntagen Europa in Atem hielt, in der Wörter wie Klimawandel, Ressourcenschonung und Nachhaltigkeit noch Fremdwörter waren. Die Ölkrise weckte damals schockartig das Bewusstsein, dass die Ölreserven weltweit in nicht mehr allzu langer Zeit versiegen würden und stärkte damals die Umweltschutzbewegung. Gleichzeitig ging der Vietnamkrieg seinem Ende entgegen und die Rufe nach weltweiter Abrüstung wurden laut, die Friedens- und Anti-Atombewegungen bekamen enormen Aufwind.

Man ist geneigt zu fragen, was eigentlich von der damaligen Zeit übrig geblieben ist. Nachhaltigkeit und Klimawandel sind in aller Munde, aber CO2-Emissionen steigen weltweit weiter und die Rohstoffausbeutung geht munter weiter auf und unter allen Kontinenten. Unzählige Unternehmen haben sich mittlerweile ein grünes Image verpasst – zu oft bloß als greenwashing, um die bisherigen Geschäfte weiter betreiben zu können. Viele Umweltlabel, -siegel und -zertifikate sind entstanden, aber sie verwirren mehr als sie Orientierung bieten, weil sie intransparent sind oder weil es sich um blanke Geschäftsmodelle handelt.

Pioniere sind sich meistens ihrem Gründergedanken ewig treu, sie überstehen selbstbewusst  Turbulenzen, Konkurrenz und Urheber-Klauereien. Livos hat zwar seit seines Bestehens stetig die Produktpalette erweitert und modifiziert, aber die hohe Qualität, Transparenz in den Inhaltsstoffen und den Nachhaltigkeitsgedanken nie verlassen, während andere Hersteller sich schon eher der Farbenindustrie angenähert haben.

Markenzeichen der Firma Livos sind die Produktnamen, die ans Indogermanische oder Keltische erinnern. Namen wie Kunos oder Kaldet prägen sich schnell ein, sie sind im Laufe der Zeit einfach mit den entsprechenden Produkten assoziierbar. Mit Kunos zum Beispiel verbindet man unweigerlich die sehr strapazierfähigen Hartöle Naturöl-Siegel, Objektöl, Möbelöl oder Arbeitsplattenöl. Bei Kaldet weiß man sofort, dass es sich um die Holzlasur und die Wetterlasur in ihren ästhetisch natürlichen Farbtönen handelt. Oder Lanon bezeichnet die unvergessliche Spielzeuglasur mit ihren fröhlichen Farbtönen.

Überhaupt bietet kein anderer Naturfarbenhersteller ein so vielfältiges und natürliches  Kreativprogramm an wie Livos. Stoffmalfarben, Naturschminke, Textil-Druckfarbe oder die schon fast legendären Weja-Färbesets stellen genauso wie die Colony- Produkte für Pferd und Reiter sympathische Geheimtipps dar, die im Livos-Programm nicht wegzudenken sind.

Mit der Sunno Pflanzenlasur kann Livos bei der kreativen Wandgestaltung mit einer Lasurtechnik aufwarten, deren Farbtöne auf Färbepflanzen basieren – Namen wie Krapprot, Reseda-Gelb oder Catechu ergeben einzigartige, leuchtende und unvergleichliche Wandlasurtechniken.

Was einmal geölt, lasiert oder gestrichen wurde, möchte während seiner langen Lebenszeit auch gereinigt und gepflegt werden. Dafür steht ein in sich abgerundetes Produkteprogramm zur Verfügung. Namen wie  Trena Neutralreiniger, Glanos Pflegeemulsion oder  Glouros Sanitärreinger sind seit vielen Jahren Programm genauso wie die Kunos Pflegeöle. Richtig gepflegt, müssen natürlich geölte oder lasierte Holzoberflächen nie mehr abgeschliffen werden – spätestens mit der Livos-Ölwäsche sind geölte Hölzer im Nachhinein wieder wie neu.

Eingangs erwähnte Schadstoffskandale haben bis heute ihre Spuren hinterlassen. Noch heute in manchen Gebäuden vorhandene PCB-, PCP-, Lindan- oder DDT-Rückstände können – wenn sie nicht entfernbar sind – mit den Produkten der Livos-Schadstoffsanierung abgesperrt werden. Basis dieser Produkte sind Schellack, Alkohol und Lärchenharze. Bei diesen Produkten ist die sachgemäße Verarbeitung besonders wichtig, da die Absperrwirkung von ihr abhängt. Das technische Merkblatt des entsprechenden Produktes gibt dazu genaue Hinweise.

Technische Merk- oder Datenblätter – sie gibt es bei Livos für jedes Produkt. Sie sind immer gleich aufgebaut, sodass man sich schnell orientieren und die einzelnen Produkte vergleichen kann. Wer trotzdem einmal mit den Anwendungstipps nicht mehr weiter kommt, erhält am Beratungstelefon von Livos oder bei einem seiner Händler wie Baunativ detaillierte Auskunft.

Und wer einmal in der Gegend von Uelzen mit seinem berühmten Hundertwasser-Bahnhof ist, benötigt nur 15 Minuten Autofahrt zum Livos-Werk und dem großen Gong in der kathedralenartigen Eingangshalle.

Stephan De Bona – Baubiologe bei Baunativ

YOSIMA-Blog

YOSIMA-Blog

Die farbigen Yosima-Putze mit ihren 146 verschiedenen Farbtönen von Claytec bieten eine natürlich-ästhetische Oberflächengestaltung mit Lehm an, die für ein angenehmes und gesundes Wohnambiente sorgt. Der Yosima Lehm-Designputz wird 2 mm dünn aufgetragen und ergibt damit eine Tiefenwirkung, die mit einem bloßen Anstrich nicht zu erreichen ist. Die 146 Farbtöne in Kombination mit 7 verschiedenen Strukturzuschlagstoffen ermöglichen unzählige Gestaltungsvarianten und -effekte in warmen Lehmtönen.

Verarbeitung

Für eine perfekte Yosima-Designputz-Verarbeitung sollte man ein bisschen Übung haben, denn sie benötigt etwas mehr Feingefühl als bei einem “normalen Putz“. Nach dem Auftragen mit der Edelstahl Glättekelle zieht man die Oberfläche am besten nochmals mit dem breiten Flächenspachtel (Rakel) ab. Erst wenn der Putz schon fast trocken ist, wird er mit dem feinen Schwammbrett vorsichtig und mit wenig Wasser abgeschwämmelt. Dabei darf nur mit wenig Druck und nur kurz abgerieben werden. Gerade bei mit Strukturzugschlägen versetzten Yosima-Designputzen sollte nicht zu lange verrieben werden, um nicht das Korn an die Oberfläche zu reiben, sondern die Strukturierung zu betonen.

Der Yosima Farbspachtel ist ebenfalls in den 146 Yosima-Farbtönen erhältlich und wird in mindestens zwei Lagen aufgetragen mit Zwischenschliff. Ähnlich wie ein Stucco-Spachtel kann er aber auch in mehreren Lagen aufgezogen und geglättet, verdichtet und mit bis zu 500-er Schleifpapier geschliffen werden, dies auch mit Maschine. Als Schluss-Finish ist eine Behandlung der Oberfläche mit einem Naturwachs möglich.

Farbtöne

Die 146 Yosima-Farbtöne sind innerhalb eines natürlichen Farbkonzeptes in sich fein abgestuft. Sie sind aufgeteilt in die 5 Grundfarbtöne plus weiß und die jeweiligen Farbräume Indisch-Rot, Umbra-Natur, Sahara-Beige, Gold-Ocker, Schilf-Gelb, Jade-Grün und Siena-Braun.

Die Farbgebung der Yosima-Putze wird durch rein natürliche Tonerden erreicht. Aus diesem Grund umfasst das Yosima Farbspektrum warme, erdige rötlich-bräunlich-gelbe oder kühlere grünlich-gräuliche Farbtöne. In den Tonerden enthaltene Eisenoxyde, Mangan oder Kohle sind die farbentscheidenden Stoffe, so wie sie auch in den berühmten Ockergruben in Südfrankreich (Provence) vorkommen. Die Ockerpigmente werden dort aus den Tonerden herausgeschlämmt, gereinigt, getrocknet und vermahlen.

Inhaltsstoffe

Der Yosima Lehm-Designputz setzt sich aus Sand, Lehm, Ton, Perlite (vulkanische Gesteinsgläser), Cellulosefasern und Methylcellulose zusammen plus ev. die jeweiligen Strukturzuschlagstoffe Stroh, Granit, Glitter, Perlmut, Sisal, Getreide und Kräuter. Da Methylcellulose allgemein in vielen Farb- und Putzprodukten Verwendung findet, soll hier etwas makroskopisch auf diesen Stoff eingegangen werden, zumal in der Naturfarbenbranche oft von “natürlicher Methylcellulose“ gesprochen wird.

Methylcellulose findet sich in vielen Lebensmitteln wie Backwaren, Speiseeis, Mayonnaise, Tiefkühlkost, Instantprodukte oder Pommes frites, in der Pharmazeutik- und Kosmetikindustrie (Zahnpasta z.B.) und in der Papier- und Textilindustrie. Dabei hat Methylcellulose verschiedene Funktionen – als Emulgator, Filmbildner, Ersatzstoff für Gluten, Stabilisator, Dickungsmittel, Bindemittel oder als Appreturmittel für Textilien und viel andere mehr.

Aber Methylcellulose ist auch in kleinen Mengen in vielen Farbprodukten, Kleistern und Putzen enthalten, meistens als zusätzliches Bindemittel, Dickungsmittel, Wasserrückhaltemittel oder Dispergierhilfe. So auch in den Yosima-Produkten, in einer Menge von unter 2%. Methylcellulosen sind nicht toxisch, und trotzdem ist ein kritischer Blick darauf zu werfen.

Natürliche Cellulose grundsätzlich kann unterschiedlichen Ursprungs sein: Baumwolle roh, Baumwolle gereinigt, Flachs, Ramie (eine Faserpflanze, bekannt auch als Chinagras), Jute, Hanf,  Fichtenzellstoff, Buchenzellstoff und selbst Bakterien. Cellulose ist der bedeutendste nachwachsende Rohstoff, der durch Photosynthese der Pflanze gebildet wird. Mit jährlich mehr als 13 Milliarden Tonnen Neubildung ist sie die häufigste organische Verbindung und ist Bestandteil nahezu aller Zellwände von Pflanzen inkl. grüner Algen, Kieselalgen, Pilze – auch Bakterien bilden Cellulose.

Methylcellulose ist chemisch eine Bezeichnung für Methylether der Cellulose (ein Celluloseether), er entsteht durch Einwirkung von Methylierungsmitteln auf die Cellulose in Gegenwart alkalisch reagierender Verbindungen. Es gibt aber eine große Variantenvielfalt bei Methylcellulosen. Im relativ komplexen technischen Herstellungsverfahren wird Methylchlorid, ein farbloses Gas, als Methylierungsmittel eingesetzt, ein zur Stoffgruppe der Chloralkane (Sammelbezeichnung Chlorkohlenwasserstoffe) gehörender Stoff, der ein hohes toxisches Potential hat – für Chlorkohlenwasserstoffe  besteht begründeter Verdacht auf krebserzeugendes Potential und Fruchtschädigung.

Ähnlich den Topfkonservierungsmitteln wie Isothiazolinone sind die verwendeten Mengen von Methylcellulose in Naturfarben zwar zum Standard geworden, aber immerhin in sehr kleinen Mengen – beim Yosima-Designputz sind es maximal 0,5%. Aber in beiden Fällen können wir nicht von natürlichen Stoffen sprechen, und es sind Kompromisse an die Naturprodukte. Es ist zu wünschen, dass für die Zukunft auch solch kleine Mengen kritischer Stoffe in den Naturfarben und -putzen  durch natürliche Stoffe ersetzt werden können, v.a. im Hinblick auf eine immer größer werdende Anzahl von Menschen mit Allergien oder chemischen Krankheitssymptomen.

Untergründe

Yosima-Designputz ist natürlich prädestiniert und ideal für die Gestaltung von Lehmputzen. Auf vorhandene Lehmputzoberflächen ist eine Verarbeitung direkt möglich. Aber auch auf andere Untergründe, die in der modernen Sanierung oder im Neubau vorkommen, ist eine Verwendung von Yosima möglich: so z.B. auf Gipskarton- und Gipsfaserplatten, Holzweichfaser- und Lehmbauplatten und mineralischen Putzen, Glasgewebetapeten – in diesen Fällen ist das ev. vorherige Auftragen der entsprechenden Grundierung notwendig.

Yosima Farbspachtel benötigt eine geglättete (Qualitätsstufe Q3) Oberfläche – auch hier gilt Lehm als idealer Untergrund. Gleichermaßen sind aber auch mineralische Untergründe wie Kalk-, Kalkzementputze geglättet möglich.

Raumklima, Schimmel, Schadstoffe

Mit Lehm wird als erstes ein gutes Raumklima in Verbindung gebracht, in den letzten Jahren ist da ein regelrechter Hype daraus entstanden. Das ist grundsätzlich auch so, nur muss man etwas differenzieren. 2 mm Lehmdesignputz auf Trockenbau in einem ausgebauten Dachgeschoss, mit Mineralwolle gedämmt, rettet nicht vor einer sommerlichen Überhitzung. Und eine kleine Lehmfläche im Badezimmer, das rings herum gefliest ist, ist auch kein Schutz vor Tauwasserausfall an kalten Außenwänden. Bei Schimmelbildung muss die Ursache geklärt und behoben werden – eine Schimmelsanierung ist grundsätzlich effizienter mit natürlichen Kalkputzen, wegen deren Alkalität. Klar hilft Lehmputz dazu, dass Feuchtigkeit an der Oberfläche nicht zu Tauwasser wird, da sie vom Lehmputz soweit absorbiert wird, bis sie in trockene Schichten gelangt. Yosima-Designputz kann da den entscheidenden Vorteil bringen – an der Tapete mit Dispersionsfarbe gestrichen sammelt sich sofort Tauwasser an und beginnt zu schimmeln (wenn die Bedingungen dazu erfüllt sind). Aber gerade an kalten Außenwänden ist trotz Lehmputz eine minimale Dämmung zu prüfen.

Das gesunde Raumklima des Lehms kommt durch seine hohe Feuchtesorptionskraft und Wärmespeicherfähigkeit zustande – es gibt kaum ein anderes Material, das diese Leistung erbringt. Aber um diesen Feuchteaustausch optimal bewerkstelligen zu können, benötigt es genug Lehmmasse, das heißt genug Putzstärke. Klassisch besteht der Lehmputzaufbau aus 15 mm dickem Unterputz und einem 3-5 mm dicken Feinputz. Darauf kann ein 2 mm dünner Auftrag mit Yosima erfolgen.

Auch das Neutralisieren von unangenehmen Gerüchen, das dem Lehm nachgesagt wird, ist ähnlich zu betrachten. Um tatsächlich Gerüche zu binden, benötigt es ebenso eine bestimmte Masse an Lehm. Bei Schadstoffen werden die Werbeslogans oft noch abenteuerlicher. Aber solange eine Schadstoffquelle vorhanden ist, sind auch die Schadstoffe nachweisbar. Lehm ist kein Allerweltsmittel gegen Schadstoffe – die Schadstoffquelle muss beseitigt werden, Lehm hin oder her. Natürlich hat Lehm das Potential, Schadstoffe zu binden – gerade bei einer Formaldehydbelastung, deren Quelle baulich nicht entfernt werden kann, ist Lehmputz in Kombination mit einer Lüftungsanlage schon hilfreich. Aber bei Schadstoffbelastungen muss prinzipiell eine baubiologische Schadstoffmessung mit Analyse gemacht werden, um die Ursachen zu finden. Und anschließend eine Sanierung.

Wo macht Yosima Sinn?

Yosima-Putze sind primär ein Gestaltungsmittel mit hoher ästhetischer, natürlicher Wirkung, was auch seinen Preis hat. Dort, wo diese Lehmästhetik explizit gewünscht ist, ist deren Anwendung auch sinnvoll. Z.B. in stilvoll eingerichteten Schlaf- und Wohn- oder Wohnesszimmern, um Kamine herum, in Repräsentationsräumen, in öffentlichen Gebäuden usw. Da die recht empfindlichen Yosima-Oberflächen bei Schäden nicht so einfach reparierbar sind, empfiehlt sich deren Verwendung nicht unbedingt im Kinderzimmer, in Garderobenbereichen, in Küchen, in Fluren mit Kleiderhaken und Schuhregalen oder im Badezimmer an den täglich benutzten Flächen (Handtuchhalter etc.).

Ohne Zweifel – Claytec hat mit der Etablierung der Yosima-Linie einen hohen Maßstab gesetzt, der  die Möglichkeiten im modernen, ästhetisch anspruchsvollen Lehmbau aufzeigt und auch viele Nachahmer gefunden hat. Aber es ist gut abzuwägen, wo und wie sich die Umsetzung in der Praxis und im Alltag verwirklichen lässt und sinnvoll ist. Wer aber einmal einen Raum mit Yosima gestaltet hat, wird es nicht mehr missen wollen.

Für weitergehende Details der Produkte und deren Verarbeitung siehe die technischen Merkblätter und Broschüren:

https://baunativ-shop.de/pdf_de/yosima-lehm-designputz.pdf

https://baunativ-shop.de/pdf_de/yosima-lehm-farbspachtel.pdf

https://www.claytec.de/Arbeitsbl%C3%A4tter/3_Arbeitsblatt_Feine-Oberflaechen/Arbeitsblatt_Feine%20Oberflaechen_03-2020-web.pdf

sowie auf https://www.claytec.de/de/produkte/downloads

Stephan De Bona Baubiologe bei Baunativ