Claytec – Baustoffe aus Lehm

Der Name ist Programm – bei CLAYTEC trifft Lehm auf Technik, historischer Baustoff auf moderne, nachhaltige Materialien. Vom historischen Strohlehm, Lehmwickelstaken und Trockenschüttung, über Stampflehm, verschiedene Ober- und Unterputze, bis hin zu Lehmbauplatten, sowie Farb- und Designputzen, bietet CLAYTEC alles, was das „Lehmbauherz“ begehrt.

Passend zu unserem Aktionsmonat nehmen wir das Ganze mal etwas genauer unter die Lupe.

Fachwerkwand mit Claytec Lehmoberputz fein 06

Warum eigentlich Lehm?

Wer nachhaltig und wohngesund bauen oder sanieren möchte, ist mit Lehmprodukten bestens beraten. Kein anderes Material liefert so viele positive Eigenschaften und ist zugleich derartig ressourcenschonend, wiederverwertbar und dadurch umweltschonend. Der bei CLAYTEC verwendete Lehm stammt aus deutschen Abbau- und Produktionsstätten. Damit wird der geringe CO2-Ausstoß der Produktion nicht durch lange Transportwege unnötig in die Höhe getrieben.

Stroh-Lehm-Gemisch aus einer alten Fachwerkwand -eingesumpft

Sowohl in der Altbausanierung, als auch im modernen Neubau findet Lehm Verwendung, bei ersterem in vielen Fällen schon aufgrund der bestehenden Bausubstanz. Speziell bei Fachwerk trifft dies in besonderem Maße zu und stellt in den meisten Fällen die sinnvollste Variante einer sinnvollen, langlebigen Sanierung dar. Die guten feuchte- und temperaturregulierenden Eigenschaften des Lehms im Bestand sollen erhalten werden was mit Lehmbaustoffen vollkommen harmonisch realisierbar ist. Kein vergleichbares Material ist im gleichen Maße wiederverwendbar. Da kein chemischer Abbindungsprozess beim Erhärten stattfindet, ist Lehm immer wieder wasserlöslich und kann dadurch auch nach Jahrzehnten einfach wieder eingesumpft und erneut verarbeitet werden. Lehm ist nicht nur ein historischer Baustoff, sondern ist auch als Baustoff der Zukunft zu betrachten, da er zum einen mit dem immer stärker werdenden Trend hin zur Nachhaltigkeit geht und zum anderen wohngesund und raumklimaverbessernd ist.

Wie funktioniert denn das mit dem Raumklima?

Lehmbaustoffe fungieren als thermischer Speicher. Das bedeutet, dass Sie bei niedrigen Außentemperaturen den Innenraum wärmen und ihn kühlen, wenn draußen hohe Temperaturen herrschen. Zudem handelt es sich bei CLAYTEC-Lehm um ein schadstofffreies Baumaterial, welches diffusionsoffene und atmungsaktive Oberflächen schafft. Dies ermöglicht die Aufnahme von Wärme und Luftfeuchtigkeit, und deren gleichmäßige, anschließende Abgabe. So entsteht eine stabile Raumtemperierung, Staub und Gerüche werden gebunden und das Schimmelrisiko reduziert.

Für jeden Einsatz das richtige Produkt
(Quelle: Claytec GmbH & Co. KG https://www.claytec.de/de/produkte)

Gibt’s denn auch was anderes als braun?

Klar. Auch bei Lehm gibt es jede Menge Freiraum zur farblichen Gestaltung, sei es mit CLAYTEC Lehmfarben, Farb- oder Designputzen. Die in puncto Verarbeitung einfachste Möglichkeit stellen die CLAYFIX Lehm-Anstriche dar. Hier kann auf 146 Farbtöne zurückgegriffen werden, auf Wunsch mit zusätzlichen Strukturzuschlägen. Der Anstrich, dessen Farbgebung auf der Verwendung natürlicher Tonerden beruht, wird als Trockenprodukt geliefert, wodurch auf Konservierungsmittel verzichtet werden kann. Einfach mit Wasser angemischt und im mit Flächenpinsel, Bürste oder Quast im Kreuzschlag aufgetragen, sind hier keine besonderen handwerklichen Vorkenntnisse erforderlich.

Wer es rustikaler mag, kann mit den Lehm-Farbputzen grob ein strukturiertes Finish in 6 verschiedenen Farbtönen erzeugen. Er kann als Hand- oder Maschinenputz auf geeignetem Mauerwerk, sowie Putz- und Trockenbauplatten aufgetragen werden.

Für höchste Ansprüche und feine Oberflächen empfehlen sich die YOSIMA Produkte.

YOSIMA? Was ist das denn nun wieder?

Bei den YOSIMA Lehm-Designputzen handelt es sich um feine, farbige Oberputze. Wie bei den CLAYFIX Anstrichen, stehen hier 146 Farbtöne zur Auswahl, welche sich zusätzlich mit 7 verschiedenen Strukturzuschlägen verfeinern lassen, sodass unzählige Möglichkeiten für die Gestaltung der finalen Oberfläche bestehen. Der große Vorteil besteht dabei in der Schichtdicke. Mit einer Auftragsstärke von 2 mm erzielt die Oberfläche eine Tiefenwirkung, wodurch eine zusätzliche Brillanz im Vergleich zu einem Anstrich ermöglicht wird. Zudem hinterlassen leichte mechanische Beanspruchungen deutlich seltener sichtbare Spuren, da die gefärbte Schicht entsprechend dicker ist. Zusätzlich gibt es mit dem YOSIMA Lehm-Farbspachtel ein Produkt für besonders glatte Oberflächen. Auch diese Produktserie wird als Trockenware geliefert und ist somit frei von Konservierungsmitteln und unbegrenzt lagerfähig.

Diese und alle anderen Produkten von CLAYTEC findest du in unserem Webshop. Für weitere Fragen stehen dir unsere Fachberater telefonisch und per Mail zur Verfügung.

Autor: Thomas Ehrlich

Quellen: (Quelle: Claytec GmbH & Co. KG https://www.claytec.de/)

https://www.claytec.de/de/produkte

https://www.claytec.de/de/warum-lehm

* Aktionsmonat bis 31.2.2023

Historisches Schmuckstück mit natürlichen Bau- und Dämmstoffen restauriert

Einblick in die Schmiede

Geht es euch auch so? Steht man vor einem historischen Monument geht die Fantasie mit einem durch. Wie sah das Leben in diesen alten Gemäuern in seiner florierenden Zeit aus, welche Geschichten ereigneten sich und wie könnte es wieder sein. Denkmäler sind ein Tor zu einer anderen Zeit, die wir uns heute kaum noch ausmalen können. Sie verzaubern und romantisieren. Ihr Erhalt bereichert auch die Gegenwart. Um den passionierten Instandhaltern und ihren umfangreichen Einsätzen an der Geschichte eine Plattform zu bieten schreibt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) jährlich den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege aus. Prämierungen sind mit insgesamt 15.000€ dotiert.

2020 erhielt in Sachsen die Dorfschmiede Badrina aus der Gemeinde Schönwölkau den zweiten Platz. Das Schmiedegebäude steht unter Denkmalschutz. Es ist eines der wenigen weitestgehend original erhaltenen Dorfschmieden in Sachsen, im Kern aus dem 15. Jahrhundert. Die älteste vorhandene urkundliche Erwähnung wird auf 1634 datiert. In Betrieb war sie sogar bis 1951. Heute nimmt sich ihrer der Förderverein Schmiede Badrina e.V. an.

Die Restauration der Schmiede ist nun abgeschlossen. Für den professionellen Einsatz benötigte es einiges an Erfahrung und Handwerkskunst. Siegfried Pfennig, Maurermeister und Restaurator im Maurerhandwerk , brachte genug Wissen aus der Praxis für dieses Vorhaben mit. Er und seine Kollegen von Pfennig Bau waren im wochenlangen Einsatz auf der Baustelle aktiv. Wir nutzen nun die Gelegenheit, um mit ihm über die Beteiligung vor Ort, die Wichtigkeit zur Bewahrung historischer Denkmäler und den Einsatz natürlicher Baustoffe zu sprechen.

Hr. Pfennig, erzählen Sie uns von den Eindrücken, als Sie das erste mal auf die Baustelle kamen.

Ich fand ein sehr interessantes  Gebäude vor, welches  teilweise im Urzustand  noch erhalten war. Allerdings  waren viele Bereiche notgesichert.  Ich glaube, die meisten Leute – auch Handwerker – würden denken, dass man so ein Gebäude nicht mehr erhalten kann. Das Dach war eingebrochen, der Schornstein schon abgetragen. In einigen Bereichen waren starke Nässeschäden und dadurch das Holz extrem geschädigt.

Welche Herausforderungen brachte das Gebäude mit sich?

Die Vorgehensweise wurde mit der Unteren Denkmalbehörde,  der Landesdenkmalbehörde  und den aktiven Vereinsmitgliedern  vor  Ort  in allen Details abgestimmt.  Die statische Sicherung musste natürlich gewährleistet sein. Während der fortschreitenden Bauphase wurde zum Beispiel immer wieder neu geklärt, welche Bereiche verbleiben können und welche unbedingt ausgetauscht werden müssen. Die Herausforderung war, soviel wie möglich alte Substanz zu erhalten.  Sofern Teile neu ergänzt wurden, mussten die passenden Baumaterialien gefunden werden.

Seit Ihrer Lehre betätigen Sie sich für Denkmäler. Als Mitglied der Kirchenbrigade Ephorie Oschatz bewahrten Sie mit Gleichgesinnten damals Kirchen sowie Kirchengebäude und retteten diese mit knappen Mitteln vor dem Verfall. Was reizt Sie an Denkmälern?

Mich beeindruckt immer wieder, was in den vergangenen Jahrhunderten durch die  Handwerkskunst entstanden ist.  Wenn ich eine Stadt das erste Mal besuche, schaue ich mir gern die alten Kirchen und andere historische Gebäude an. Es ist immer wieder beeindruckend, mit welchen Mitteln und Technik in der Vergangenheit gebaut wurde und wielange diese Gebäude Bestand haben.  Historische Bausubstanz zu erhalten und bewahren ist für mich eine Wertschätzung der Leistungen der früheren Generationen und ein Aspekt der Nachhaltigkeit.

Wir freuen uns, einen Teil zum Denkmalschutz beigetragen zu haben. Immerhin haben Sie viele der Baumaterialien aus unserem Shop bezogen.

Lehmmörtel mit mineralischen Anteilen (Claytec) zum Ergänzen und Verputzen von Fehlstellen im Innenbereich

Lehmmörtel mit Strohanteilen (Claytec) zum Wickeln von Lehmstaken

Historischer Kalkmörtel in abgestuften Körnungen (Quick-Mix, Tubak) für Innen- und Außenputz

mehrjährig eingesumpfter Kalk (Altmannsheiner von Körndl) für Außenanstrich. Wurde teilweise freskal mit Bürste gestrichen

Ziegeldrahtgewebe (Rajasil) als Putzträger im Außenbereich

Um denkmalgerecht zu sanieren, ist es wichtig, auch die Baustoffe zu verwenden, die früher eine Rolle gespielt haben. Als Beispiele möchte ich Kalk und Lehm nennen. Kalkmörtel wurde verwendet, weil dieser diffussionsoffen ist und auf Grund seiner homogenen Eigenschaften sich dem Untergrund besser anpasst. Das gleiche trifft auch auf eingesumpften Kalk als Anstrich zu. Lehm ist bekanntlich einer der ältesten Baustoffe der Welt. Beide Baustoffe sind energetisch nachhaltig, da sie der Natur entnommen werden und wenig Energie bei der Herstellung verbraucht wird.

Vielen Dank für den umfangreichen Einblick.

Pelangi und Französischer Ocker

Mit unseren Pelangi-Pigmenten folgen wir der Französischen Ocker-Tradition und beziehen viele Erdpigmente direkt aus dem Abbaugebiet in Frankreich. Aber wir müssen heute den Fokus ein bisschen weg von Roussillon richten, da dort schon lange Zeit kein Ocker mehr abgebaut wird.

Wer hat nicht schon vom berühmten Französischen Ocker gehört, von der weltweit bekannten gelb-roten Erde aus Südfrankreich? Sinnbild dafür ist Roussillon, eine kleine Gemeinde im Naturpark Luberon der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, die durch jahrhundertelangen Ockerabbau weltberühmt wurde. Der Ockerabbau reicht hier nachweislich bis in die Römerzeit, vielleicht aber auch noch weiter zurück. Bis Anfang 1930-er Jahre war Roussillon Zentrum des Ockerabbaus. Man zählte damals in den Ocker-Abbaugebieten Provence und Burgund noch 18 verschiedene Ocker-Gesellschaften mit nahezu 1000 Arbeitern und einer Jahresproduktion von ca. 40‘000 Tonnen Ocker.

Die weltweite Krise der 1930-er Jahre und der zweite Weltkrieg brachten den Großteil der Ockerproduktion in Frankreich zum Erliegen. In Roussillon sollte nie wieder Ocker abgebaut werden – es besteht heute nur noch eine Farbenfabrik als Museum.

Übrig geblieben ist 12 Km südwestlich von Roussillon, in Apt, eine Ocker-Fabrik, die sich mehr schlecht als recht bis in die 1970-er Jahre gerettet hat: Die “Société des Ocres de France“. Sie betreibt in Gargas (4 Km nordwestlich von Apt) die letzte aktive Ockergrube Frankreich‘s und ist heute das letzte eigenständige Unternehmen in Frankreich, das den sandigen Ocker abbaut und zu reinem gelbem oder rotem Ocker verarbeitet, wobei der gewaschene Ocker noch an der Sonne trocknet.

Die “Société des Ocres de France“ stand noch 1973 quasi vor dem Aus und leeren Bestellbüchern, sie produzierte praktisch nichts mehr und ihr Ruin drohte. Erst die Übernahme 1974 des Unternehmens durch den einheimischen Betreiber einer Maurerfirma Gilbert Guigou rettete das Unternehmen in die Zukunft. Mit dem Eintritt seiner beiden Söhne in das Unternehmen 1985 blühte das Unternehmen neu auf, Innovationen in farbige Putze verschafften neue Absatzmärkte. Auch die EnkelInnen von  Gilbert Guigou arbeiten heute mit Herzblut im  Familienunternehmen und machten es zu dem, was es heute ist: ein innovatives, regionales, ökologisch ausgerichtetes  Unternehmen mit Französischem Know-How, von Generation zu Generation weiterentwickelt, eine internationale Sehenswürdigkeit und ein industrielles Erbe.

Die “Société des Ocres de France“ liefert heute die hochwertigsten Ocker und andere Erdpigmente in alle Welt, das familiengeführte Unternehmen stellt mit seinen Erden mittlerweile auch natürliche Farben, Putze, Kalkprodukte, Künstlerfarben mit den notwendigen Rohstoffen dazu sowie Dekorationsartikel in südfranzösischem Flair.

Wer ein bisschen Französisch versteht, kann sich unter dem Link https://www.facebook.com/ocresdefrance/videos/608765562527432/ einen Kurzfilm über die Ockergewinnung in Apt anschauen. Wer kein Französisch versteht, schaut sich vielleicht einfach die schönen Bilder an.