Interview mit Fanny Leonhardt, Auszubildende im 1. Jahr

Fanny Leonhardt

Wie alt bist du, wo kommst du her, was für eine Schulbildung hast du?

Ich bin 16 Jahre alt und komme aus Riesa. Ich habe die Realschule besucht und abgeschlossen.

Was hat dich zur Entscheidung bewogen, die Ausbildung zur E-Commerce-Kauffrau  zu machen?

Das war eigentlich eher zufällig: Meine Schule hat sich ab der achten Klasse intensiv damit beschäftigt, den Schulalltag berufsorientiert zu gestalten. Da war dann irgendwann beiläufig auch von einer App die Rede, über die man freie Lehrstellen einsehen konnte. So bin ich auf diesen Beruf gestoßen und dachte, dass der ganz interessant sein könnte.

Ist das ein Beruf mit Zukunft? Oder eher eine Grundbasis für weitere höher qualifizierte Ausbildungen? Hast du dich im Vorfeld der Ausbildung auch informiert über Aufstiegschancen oder weiterführende Qualifikationen?

Auf jeden Fall hat der Beruf Zukunft:  Bestellungen über das  Internet nehmen immer zu, auch im nachhaltigen Baustoffhandel.

Aufstiegschancen sind für mich noch kein Thema, vielleicht möchte ich später einfach hier bleiben.

Hattest du bisher schon Berührung mit Baustoffen, Farben, Dämmstoffen etc., z.B. zu Hause  im Elternhaus, Bekanntenkreis (Umbau, Sanierung Neubau)?

Baustoffe sind für mich nicht fremd. Mein Vater ist Dachdecker, ich habe bei ihm auch schon mitgeholfen. In meinem Familienumfeld arbeiten einige Leute in diesem Bereich, sodass ich immer wieder Berührung mit Baumaterialien  hatte und habe.

Sind naturnahe / ökologische Produkte rund ums  Haus wichtig, oder spielt es keine Rolle, was man verbaut?

Vor Beginn meiner Ausbildung habe ich noch nicht über ökologische Bauprodukte nachgedacht. Aber jetzt würde ich auch natürlich bauen – ich finde dies auf jeden Fall sinnvoll.

Bestellst du auch manchmal etwas im Internet? Macht das Spaß?

Ich bestelle meistens  nicht alleine im Internet. Ich suche mir etwas aus und mache das mit meinen Eltern zusammen oder mit deren Erlaubnis. Aber ja, es macht Spaß.

Gehst du – wenn du etwas benötigst (außer Lebensmittel) – in ein Geschäft oder machst du alles online?

Hauptsächlich kaufe ich offline ein, also in real existierenden Geschäften. In Riesa, wo ich wohne, gibt es auch genug Einkaufsmöglichkeiten, wo man eigentlich alles bekommt. Reales Einkaufen ist mir persönlich lieber. So lassen sich unschöne Wartezeiten oder Fehlkäufe vermeiden.

Wie haben deine Familie, deine Freunde auf die Entscheidung reagiert, diese Ausbildung zu machen?

Sie waren alle sehr glücklich darüber, dass ich diesen Ausbildungsplatz bekommen habe. Aber gleichzeitig waren sie auch überrascht, da sie diesen Beruf bisher noch nicht kannten.

Wird die Ausbildung in deinem Umkreis eher als angesagt angesehen oder eher als “altbacken“?

Meine Freunde finden den Beruf interessant, sie stellen sich darunter einen Bürojob vor, wo man immer mit der Kaffeetasse herumläuft. Manchmal machen sie sich auch etwas lustig darüber, aber halt nur, weil sie sich unter dem Beruf nicht viel vorstellen können.

Warum bist du zu Baunativ gekommen? War das Angebot an Ausbildungsplätzen groß?

Nachdem ich über die App die offene Ausbildungsstelle bei Baunativ gefunden hatte, dachte ich, ich probier’s einfach mal mit bewerben. Es hat sofort geklappt, und dann wollte ich auch nicht mehr weitersuchen.

Ist die Art und Weise, wie in der Berufsschule unterrichtet wird, zeitgemäß, motivierend oder müsste sich dort nach deiner Meinung etwas ändern?

Im Vergleich zu meiner alten Schule gibt es in der Berufsschule viel Technik, jeder hat einen PC mit Warenwirtschaftssystem drauf an seinem Platz. Notizen muss ich nicht mehr unbedingt von Hand in ein Heft schreiben, sondern ich kann sie auch direkt in den Computer tippen. Die Lehrer sind freundlich und das Ganze ist sehr ausbildungsorientiert. Ich bin zufrieden an der Berufsschule.

War der Wechsel von der Schule zum Arbeitsleben für dich ein sehr einschneidendes Erlebnis? Löst man sich damit automatisch auch etwas vom Elternhaus?

Ich hatte nicht unbedingt das Gefühl, dass etwas Neues beginnt. Klar man trennt sich von seinen Freunden, lernt neue Menschen kennen und es gibt einen neuen Tagesrhythmus, an den man sich gewöhnen muss. Die Umstellung zu Hause war aber kein Problem.

Wie ist es, plötzlich mehr eigenes Geld zu haben?

Es ist ein tolles Gefühl. Ich gebe natürlich nicht gleich das ganze Geld aus, ich spare es hauptsächlich. Aber es ist ein schönes Gefühl, mir z.B. eigene Kleidung kaufen zu können, ohne Finanziell von meinen Eltern abhängig zu sein. Im Freundeskreis reden wir auch öfter über dieses Thema.

Vielen Dank Fanny für das schöne Gespräch!

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